
Was ist Psychomotorik?
Psychomotorik – Bewegung für Körper, Geist und Persönlichkeit
Psychomotorik ist weit mehr als Bewegung: Sie verbindet Körper, Geist und Emotionen und unterstützt Kinder dabei, sich ganzheitlich zu entwickeln. Spielerisch lernen sie, ihren Körper bewusst wahrzunehmen, ihre Gefühle auszudrücken und soziale Kompetenzen zu stärken.
Die deutsche Psychomotorik geht auf Ernst J. Kiphard zurück, der in den 1950er-Jahren gemeinsam mit dem Kinderpsychiater Helmut Hünnekens entdeckte, wie eng Psyche und Motorik miteinander verbunden sind. Freude, Anspannung oder Mut spiegeln sich direkt im Bewegungsverhalten von Kindern wider. Daraus entstand ein Konzept, das Spiel, Spaß und freiwillige Bewegung in den Mittelpunkt stellt – weg vom leistungsorientierten Sport, hin zu einer ganzheitlichen Förderung der Persönlichkeit.
Psychomotorische Angebote richten sich heute an alle Kinder, unabhängig von besonderen Bedürfnissen. Sie fördern:
Ich-Kompetenz: den eigenen Körper kennenlernen und erleben.
Sach-Kompetenz: Materialien und Umwelt entdecken.
Sozial-Kompetenz: Rücksichtnahme, Kooperation und Kommunikation üben.
Im Mittelpunkt steht die Freiwilligkeit: Kinder entscheiden selbst, wie aktiv sie sein möchten. So entstehen Selbstvertrauen, Eigenständigkeit und die Freude an Bewegung – und jedes Kind kann sich als kompetent und wirksam erleben.
Quellen:
Kiphard, E. J., & Hünnekens, H. (1960). Übung der Motorik als therapeutische Methode bei entwicklungsrückständigen Kindern. Jahrbuch für Jugendpsychiatrie, 2, 1–15.Fischer, K. (2019).
Psychomotorik – Ein Überblick. In Handbuch Psychomotorik (S. 13–26). Nomos Verlagsgesellschaft.
Zimmer, R. (2019). Psychomotorik – Ein Überblick. In Handbuch Psychomotorik (S. 3–12). Nomos Verlagsgesellschaft.
Förderverein Psychomotorik e.V. Bonn. (2022). Was ist Psychomotorik? Abgerufen von https://www.psychomotorik-bonn.de
